Nationales Förderprojekt 3connect erfolgreich abgeschlossen

Das Projekt 3connect aus dem Förderprogramm IKT für Elektromobilität III wurde im April erfolgreich beendet. Auf der Abschlussveranstaltung in Berlin stellten die 18 Konsorten aus ganz Deutschland in dem durch das Bundeswirtschaftsministerium geförderten, breit aufgestellten Projekt ihre Ergebnisse vor. Dabei wurden innovative Konzepte für die Themen elektromobile und gewerbliche Fuhrparks, Logistik, ÖPNV und Landwirtschaft erstellt, in Feldversuchen demonstriert und die Flexibilitäten an eine prototypische Energiemarktanbindung verknüpft.

Berlin. Im April 2019 ist 3connect, ein Forschungsprojekt des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Technologieprogramms IKT für Elektromobilität III, erfolgreich mit einer Abschlussveranstaltung und Ergebnispräsentation zu Ende gegangen. An drei Standorten, sogenannten Hubs, wurden vernetzte, interoperable und übergreifende IKT-basierte Elektromobilitätsanwendungen im Bereich der gewerblichen Mobilität entwickelt und in Feldversuchen erprobt und demonstriert. Die 18 Partner aus Industrie und Forschung haben sich intensiv mit Fragestellungen zu den drei zentralen Themen „E-Nutzfahrzeuge und PKW in integrativen Flotten-, Logistik- und landwirtschaftlichen Anwendungen“, „Integration der Anwendungen in lokale Smart Grids und zentrale Energiesysteme“ sowie „Multimodale ÖPNV-Anwendungen in ganzheitlichen Mobilitäts- und Plattformkonzepten“ auseinandergesetzt.

HUB Aachen
Der Fokus im Hub Aachen lag auf den Themen Flottenlogistik, Datenübertragung und Second-Life Batterien. Dabei war die im Raum Aachen gebündelte Kompetenz zur Elektromobilität entscheidend, die eine vertikale Innovationstiefe vom Batteriemanagementsystem bis zur Energiemarktanbindung ermöglicht hat.
Durch den flächendeckenden Einsatz der Fahrzeuge der StreetScooter GmbH bei der Deutschen Post werden in naher Zukunft tausende gebrauchte Batterien anfallen. Um diese netzdienlich einzusetzen, wurde in Aachen eine flexible Möglichkeit zur Second-life-Nutzung in Form einer transportablen Containerbatterie entwickelt. Diese wird direkt an die Leitwarte angeschlossen, so dass ein Standort in netzschwachen gebieten keine Einschränkungen beim Betrieb der Fahrzeuge hinnehmen muss. Durch weit verbreitete, offene Protokolle wie OCPP und EEBUS wurde das System mit darüber gelagerten integriert, um eine Strommarktanbindung zu ermöglichen. Dies wurde durch die Firma KEO begleitet. Das für die Anbindung an den Strommarkt nötige Know-how entwickelte die Firma Schleupen. Sie schuf mit dem so genannten „Energielogistiker“ ein System, dass nicht nur den Strom für den Standort Aachen virtuell beschafft hat, sondern auch übergreifend mit den anderen Hubs vernetzt wurde und damit die Nabe im Konstrukt 3-connect bildet.
Um die Second-Life Batterien mit den Ladepunkten zu verknüpfen, wurde ein backendbasiertes Lastmanagement durch die regio iT entwickelt, mit dem nicht nur die Ladepunkte bei StreetScooter gesteuert werden können, sondern alle, die die gängigen Protokolle unterstützen. Dadurch konnte auch ein Standort der STAWAG Testweise mit dem neuartigen Lastmanagement betrieben werden.

HUB Allgäu
Unter der Leitung des Allgäuer Überlandwerk lag im Hub Allgäu der Schwerpunkt auf der Entwicklung von intelligenten Lösungen im Bereich E-Gewerbeflotten und der Landwirtschaft. So wurde für Gewerbeflotten eine Vernetzung zwischen dem Buchungssystem fleetster von NGM und Ladepunkten entwickelt und die Reichweiteneffizienz bei einem ABT eCaddy durch eine intelligente zuladungsbasierte Motorsteuerung verbessert. Kommunikationsgrundlage bildeten hier spezielle Datenlogger der Hochschule Kempten. Im landwirtschaftlichen Feldversuch wurde ein Hybridtraktor von John Deere und weitere flexible Verbraucher eingebunden. Herzstück bei beiden Feldversuchen bildete ein Energiemanagementsystem (EMS) von ABB mit einer intuitiven Benutzeroberfläche zur Ansteuerung der unterschiedlichen Systeme, auch Einspeisung und Energiebedarf kann das System prognostizieren. Dies bildete dann die Grundlage für ein optimiertes Lade- und Lastmanagementsystem nach mehreren Parametern wie Erhöhung des Eigenverbrauches, Verringerung der Netzbezugsleistung oder der Optimierung nach Strombörsenpreisen. So konnten gerade im Bereich der E-Gewerbeflotten Lastspitzen und damit Kosten vermieden werden. Weiter war es durch das Pooling von Fahrzeugen sogar möglich Fahrzeuge zu substituieren. Bei der landwirtschaftlichen Lösung stand gerade die Eigenverbrauchserhöhung im Hinblick auf das baldige Ende der 20-jährigen EEG-Vergütung im Fokus. Hier konnte erfolgreich die Batterie des Hybridtraktors und weitere flexible Verbraucher integriert, und die Eigenverbrauchsquote schon heute erhöht werden. Weitere Tests auf der Pilotfarm sollen im Jahr 2019 über das Projekt hinaus erfolgen.

HUB Osnabrück
Das Hub Osnabrück beschäftigte sich mit dem Ausbau von Elektromobilität und Multimodalität für eine vernetzte, zukunftsfähige E-Mobilität in Stadt und Region. Die Stadtwerke Osnabrück AG als Hubleitung in Zusammenarbeit mit der cantamen GmbH, der HaCon Ingenieurgesellschaft mbH sowie dem Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) GmbH haben unter anderem eine multimodale Mobilitätsplattform entwickelt. In dieser Plattform sind neben dem ÖPNV das Carsharing, ein Pedelec-Verleihsystem, Ladesäulen sowie ein E-Shuttle integriert. Der Kunde bekommt eine multimodale Routenplanung und die Möglichkeit der Reservierung/ Buchung verschiedener Verkehrsmittel aus einer Hand. Neben der multimodalen Mobilitätsplattform hat sich das Hub Osnabrück mit Themen rund um die Elektrifizierung des Carsharings beschäftigt. Der Fokus lag hier bei der Flottenoptimierung bei Ladevorgängen von E-Fahrzeugen.
Des Weiteren galt es die Ladeprozesse im Busdepot sowie an der Elektro-Kartbahn zu optimieren und intelligent zu steuern.

Aufbauend auf vorangegangenen Projekten wie econnect Germany (IKT-EM II), wurde großen Wert auf eine direkte Zusammenarbeit und starke Vernetzung untereinander sowie mit anderen Projekten gesetzt, um ganzheitliche und übertragbare Lösungen zu entwickeln. Einheitliche Standards als Grundlage für standortunabhängige Anwendungen und möglichst große Verwertungschancen waren dabei der Fokus des Projekts unter Konsortialführung der smartlab Innovationsgesellschaft mbH.