e-clearing.net demonstriert ISO 15118 Plug & Charge auf internationalem Plugfest in Arnheim

Arnheim/Niederlande.
Bei knackfrischen Temperaturen und guter Stimmung trafen sich letzte Woche über 180 Firmen aus 28 Ländern zum „Global E.V. Charging test“. Gastgeber war die von den Niederländischen Netzbetreibern gegründete Stiftung ElaadNL mit Sitz in Arnheim. ElaadNL und smartlab betreiben zusammen die Europäische Plattform e-clearing.net zum Austausch der relevanten Daten der Elektromobilität. Mittlerweile sind an diese Plattform über die verbundenen Firmen rund 500.000 aktive Nutzer in ganz Europa angeschlossen. Darunter unter anderem die Kunden der rund 175 Stadtwerke des ladenetz.de-Verbundes.

Neben ersten Implementierungen von OCPP 2.0 lag der Fokus der Veranstaltung auf der Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladesäule über den europäischen Ladestandard CCS und der eingesetzten Norm ISO 15118. Besonders im Interesse standen dabei die Möglichkeiten des Plug&Charge, also der automatischen Autorisierung des Fahrzeugs bzw. Kunden sowie das Smart Charging, also dem intelligent gesteuerten Be- und Entladen von Fahrzeugen.

Um den reibungslosen Ablauf des Ladevorgangs zu gewährleisten ist eine eindeutige und sichere Identifikation des Kunden notwendig. Dazu ist im ISO 15118 Standard eine Public-Key-Infrastruktur (PKI) vorgesehen, bei der verschlüsselte Zertifikate zur Identifikation des Kunden an der Ladesäule dienen. Das Zertifikat kann als Ergänzung für die derzeit überwiegend eingesetzte RFID-Karte dienen. Damit auch zukünftig das Laden von Fahrzeugen nicht nur von den Automobilherstellern vorgegeben wird, ist es notwendig, dass bei diesem Thema auch die Energiewirtschaft aktiv wird. Daher demonstrierten letzten Freitag in Anheim Mitarbeiter von smartlab und der niederländischen Stiftung ElaadNL im Rahmen ihrer gemeinsamen Plattform e-clearing.net gemeinsam mit weiteren Marktpartnern einen alternativen Weg vor einem interessierten Fachpublikum. Dabei wurde der Prozess von der Erstellung über die Installation im Fahrzeug bis hin zur frühzeitigen Deaktivierung und einer dementsprechenden Sperrung an der Ladesäule anschaulich vorgeführt.

Die Rolle der Roaming-Plattform e-clearing.net ist es dabei, die Zertifikate der verschiedenen Akteure wie z.B. Fahrzeughersteller oder Mobilitätsprovider in so genannten Zertifikat-Pools zu speichern und den jeweiligen Empfängern, wie beispielsweise Stadtwerken oder anderen Ladeinfrastruktur-Betreibern zur Verfügung zu stellen. Dadurch wird erstmals die Basis für eine diskriminierungsfreie Marktgestaltung möglich, da später jeder Mobilitätsprovider das Zertifikat eines Fahrzeugs nutzen kann, um ein Vertragszertifikat für den Endkunden zu erstellen und zu liefern.

Die Demonstration basierte zunächst auf selbst-signierten Root-Zertifikaten, um die Komplexität zu reduzieren. Später sollte diese Funktion von einer neutralen Vergabestelle eingenommen werden. Dadurch wird ein offener und diskriminierungsfreier Wettbewerb sichergestellt. Das Thema wurde auf der Veranstaltung in weiteren Vorträgen mit internationalen Partnern offen diskutiert und in einer Veröffentlichung der Stiftung ElaadNL im Detail erläutert. Die Veröffentlichung wurde noch vor Ort an die Teilnehmer der Veranstaltung ausgeteilt und wird im Nachgang auch online der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.