Projekt 3connect ist gestartet

Vernetzte Elektromobilität in gewerblicher Anwendung ist ein zentrales Thema der Branche. Im Forschungsprojekt 3connect haben sich deshalb 18 Partner im Rahmen von IKT III für Elektromobilität zusammengefunden und wollen zukunftsfähige Anwendungen unter dem Motto „Elektromobilität in Flotten, Logistik, ÖPNV und Landwirtschaft – interoperabel und vernetzt zwischen Mobilität und Energie“ entwickeln und demonstrieren.

Aachen. Im Januar 2016 ist „3connect“, ein Forschungsprojekt des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Programms „IKT für Elektromobilität III“, gestartet. An drei Standorten, sogenannten Hubs, werden vernetzte, interoperable und übergreifende IKT-basierte Elektromobilitätsanwendungen im Bereich der gewerblichen Mobilität entwickelt und in einem großen Feldversuch getestet. Konkret beschäftigen sich dazu 18 Partner aus Industrie und Forschung für die Projektlaufzeit von drei Jahren intensiv mit drei zentralen Themen: „E-Nutzfahrzeuge und PKW in integrativen Flotten-, Logistik- und landwirtschaftlichen Anwendungen“, „Integration der Anwendungen in lokale Smart Grids und zentrale Energiesysteme“ und „Multimodale ÖPNV-Anwendungen in ganzheitlichen Mobilitäts- und Plattformkonzepten“. Zum Projektstart vernetzen sich die Partner über die Projektgrenzen hinaus bei der Fachkonferenz „Gewerbliche Elektromobilität“ mit integriertem Kick-off von 3connect am 10. März in Berlin.

Die Partner greifen bei dem Projekt auf schon vorhandene Daten und Ergebnisse aus vorangegangenen Projekten, wie zum Beispiel dem Leuchtturmprojekt „econnect Germany“, zurück. Die Partner der Hubs Aachen, Allgäu und Osnabrück fokussieren eine direkte Zusammenarbeit und eine starke Vernetzung untereinander sowie mit anderen Projekten. So sollen gesamtheitliche und übertragbare Lösungen gefunden werden, die einheitliche Standards setzen und somit vom Einsatzort unabhängig angewendet werden können. Als Konsortialführer ist die smartlab Innovationsgesellschaft mbH für die Hub-übergreifende Koordination des Projekts verantwortlich.

In Aachen arbeitet unter dem Motto „Gewerbliche Elektromobilität in Energienetzen und Smart Grids“ die STAWAG als Hubleiter mit der KEO GmbH, der regio iT gesellschaft für informationstechnologie mbh, der Mennekes Elektrotechnik GmbH & Co. KG, der Schleupen AG, der RWTH Aachen University und der StreetScooter GmbH zusammen. Elektromobilität wird hier mit Logistikanwendungen, dezentralen Energieerzeugern sowie Speichern mit intelligenten Energiemärkten und -netzen verbunden. Zudem spielt die Sensorik und Reservierung für ein Parkplatzmanagement für Elektrofahrzeuge eine wichtige Rolle.

Im Allgäu werden vor allem gewerbliche und kommunale Flotten, landwirtschaftliche elektromobile Einsatzfälle sowie variable Verbraucher und Erzeuger mit der Netz- und Energiewelt verknüpft. Die Allgäuer Überlandwerk GmbH als Hubleiter hat gemeinsam mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten, der John Deere GmbH & Co. KG, der ABB AG, der ABT SPORTSLINE GMBH und der Next Generation Mobility GmbH & Co. KG das Thema „E-Nutzfahrzeuge und PKW in der gewerblichen Nutzung“ im Fokus.

In Osnabrück sind beim Thema „Unterschiedliche Fahrzeugeinbindung in ganzheitliche Mobilitäts- und Plattformkonzepte“ die Stadtwerke Osnabrück AG als Hubleiter sowie die cantamen GmbH, die HaCon Ingenieurgesellschaft mbH und das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) GmbH beteiligt. Ziel ist die Entwicklung einer App-basierten, multimodalen E-Mobilitätsplattform, bei der E-CarSharing, E-Taxi, E-Fahrräder und Ladesäulen in den ÖPNV und das Stromnetz integriert werden.

Im Projekt sollen speziell die unterschiedlichen Domänen und Wertschöpfungsketten der gewerblichen Mobilität, Energie und Fahrzeugtechnologie verknüpft werden. Die konkrete Vernetzung geschieht dabei immer in standardisierter Weise, um interoperable und offene Lösungen zu entwickeln – unabhängig davon, ob es sich dabei um eine Norm, einen Industriestandard oder einen offenen Standard handelt. Um eine maximale Flexibilität für das Gesamtsystem der gewerblichen Elektromobilität und eine Unabhängigkeit von Einzelkomponenten zu erhalten, sind die Komponenten und Systeme oftmals über mehrere Schnittstellen verbunden. Das Projektziel ist es, dem elektromobilen Anwender zu ermöglichen, beliebige Hard- und Software plug&play zu kombinieren, sodass möglichst alle Anwendungsfälle und Wünsche des Kunden abgedeckt werden.