Volkswagen Financial Services und Stromnetz Hamburg schließen sich der offenen E-Roaming-Plattform e-clearing.net an

Volkswagen Financial Services und die Stromnetz Hamburg GmbH wollen Ihre Geschäfte zur E-Mobilität zukünftig über die Datendrehscheibe e-clearing.net abwickeln und haben sich hierzu der offenen E-Roaming-Plattform angeschlossen. Dabei ermöglicht e-clearing.net erstmals die Verbindung zwischen einem automobilen Finanzdienstleister und einem Verteilnetzbetreiber. e-clearing.net ist eine gemeinsame Initiative der niederländischen Stiftung ElaadNL und der smartlab Innovationsgesellschaft mbH aus Deutschland, die das IT-System auch betreibt.

Aachen. Eine der Grundvoraussetzungen für den Erfolg der Elektromobilität liegt in der Ladeinfrastruktur: Sie muss interoperabel und möglichst für alle Kunden schnell und einfach zugänglich sein. Dies ist nicht nur eine wesentliche Anforderung im aktuellen Entwurf der Ladesäulenverordnung des Bundeswirtschaftsministeriums sowie der entscheidenden EU-Richtlinie 2014/94/EU. Auch der BDEW (Bundesverband der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft e.V.) fordert in seinem letzten Branchenpapier vom Anfang des Jahres neben dem vertragsunabhängigen Ad-hoc–Zugang, z. B. über Mobilfunk, auch das vertragsbasierte E-Roaming als Zugangsmöglichkeit zur Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

„Wir haben im Oktober letzten Jahres mit e-clearing.net eine offene B2B-Plattform für E-Roaming an den Markt gebracht“, erklärt Dr. Mark Steffen Walcher, Geschäftsführer der smartlab, „und mit Volkswagen Financial Services und der Stromnetz Hamburg GmbH haben sich nun zwei weitere entscheidende Player der Elektromobilität angeschlossen.“ Die Datendrehscheibe möchte Marktakteure miteinander vernetzen, indem sie die Möglichkeit bietet, alle relevanten Daten zur Nutzung von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge untereinander auszutauschen. Den Elektromobilisten eröffnet dies unkompliziertes Roaming im In- und Ausland. Ziel von e-clearing.net ist somit der von der Bundesregierung und der EU gewünschte ungehinderte und netzübergreifende Zugang zur gesamten Ladeinfrastruktur in Europa.

Auch die beiden neuen Partner Volkswagen Financial Services und Stromnetz Hamburg GmbH haben sich der Plattform angeschlossen, um über das IT-System Daten mit anderen Partnern auszutauschen und Roaming zu ermöglichen. Hamburg nimmt dabei im deutschen Markt der Ladeinfrastruktur eine Sonderrolle ein: Die öffentlich zugänglichen Ladesäulen werden vom Verteilnetzbetreiber Stromnetz Hamburg GmbH betrieben, der Strom wird von Hamburg Energie beigestellt. „Um die verschiedenen Marktmodelle übereinander zu bringen, wurden die Prozesse und Verträge so angepasst, dass zukünftig über e-clearing.net für alle angeschlossenen Partner ein technischer Zugang zur Hamburger Ladeinfrastruktur möglich ist, “ sagt Hauke Hinrichs, Technischer Leiter der smartlab, „Es sind lediglich zwei bilaterale Verträge mit Stromnetz Hamburg und dem Beisteller Hamburg Energie zu schließen.“

Volkswagen Financial Services nutzen diese Möglichkeit als neuer Partner von e-clearing.net und erweitern die Verfügbarkeit der Ladesäulen für die Nutzer der Charge&Fuel Card um die Ladeinfrastruktur der Stromnetz Hamburg GmbH. Diese erhalten damit Zugang zu den derzeit schon mehr als 140 Ladepunkten und zukünftig 600 Ladepunkten nach Maßgabe des Masterplans Ladeinfrastruktur in Hamburg. Auch die Kunden des Stadtwerke-Verbunds ladenetz.de, ebenfalls eine Initiative der smartlab, erhalten Zugang zur Ladeinfrastruktur in Hamburg.

e-clearing.net
e-clearing.net ist eine gemeinsame Initiative der niederländischen Stiftung ElaadNL und der smartlab Innovationsgesellschaft mbH aus Deutschland. Bereits zwölf Partner haben sich angeschlossen und e-clearing.net schnell zur größten E-Roaming-Plattform in Europa mit rund 8000 onlinefähigen Ladepunkten gemacht. Die Betreiber ELaadNL und smartlab freuen sich über den starken Zuwachs und geben mehrere Gründe für den Erfolg an: So kann das freie und offene Protokoll OCHP (Open Clearing House Protocol) auch außerhalb der Plattform frei implementiert werden. Das IT-System ist hoch zuverlässig – in dem knappen Jahr seines Betriebs gab es keinen einzigen Ausfall – und dennoch marktnah. Das offene Marktmodell überzeugt dadurch, dass es keinen Kontrahierungszwang gibt: Die Entscheidung, ob ein Roaming zwischen Partnern möglich ist oder nicht, liegt allein bei diesen selbst. Somit behalten sie die Hoheit über ihre Preise und können Wettbewerbsvorteile für das eigene Geschäftsmodell erzielen. Auch das Preismodel stößt nach Aussage der Betreiber auf große Akzeptanz: 5.000, 10.000 oder 15.000 Euro müssen die Partner je nach Größe und Marktaktivität im Jahr zahlen und können ungeachtet der Transaktionen, Ladesäulen und Nutzer so viele Verträge und Dienstleistungen über die Plattform abwickeln, wie sie möchten.

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